Grabenlose Rohrerneuerung mit Grundocrack im Flachgau

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Ab durch den Damm

Die Mattseer Landesstraße (L 101) bei Elixhausen, unter der an der Abzweigung zur Perlingstraße im Ortsteil Ursprung ein Rohrdurchlass zur Ableitung des Regenwassers grabenlos erneuert wurde. (c) tracto-technik

Eingebettet in das Salzburger Seenland (Wallersee, Mattsee, Grabensee und Obertrumer See), inmitten einer bäuerlichen Kulturlandschaft mit Gehöften und Weilern, und dennoch nur zehn Kilometer nordöstlich der lebendigen Landeshauptstadt Salzburg entfernt, liegt die Gemeinde Elixhausen im Flachgau. Hier wurde in zwei Tagen unter einer vielbefahrenen Landesstraße ein Rohrdurchlass grabenlos kompletterneuert.

Die Mattseer Landesstraße (L 101) ist für Elixhausen bei Salzburg und die umliegenden Dörfer und Gemeinden die direkte Hauptverbindungsstraße nach Salzburg. Sie ist eine breite, sehr stark befahrene Straße, und vor allem im Berufsverkehr reiht sich hier Auto an Auto. An der Abzweigung zur Perlingstraße im Ortsteil Ursprung musste dringend ein Rohrdurchlass unter diese Mattseer Landesstraße zur Ableitung des Regenwassers erneuert werden.

Alles gesichtet

Das Schadensbild war eindeutig: Die schon alten Beton-Schwerlastrohre DN 400 lagen aufgrund unsachgemäßer Verlegung beziehungsweise einer nachträglichen Verbreiterung der Landesstraße um bis zu 20 Prozent versetzt; ihre Funktionalität war somit massiv eingeschränkt und bedurfte der schnellen Wiederherstellung.
Die Gegebenheiten vor Ort schlossen für die erfahrenen Planer der Karl & Peherstorfer ZT GmbH im nahe gelegenen Standort Oberndorf bei Salzburg, von vornherein die Rohrerneuerung im offenen Graben mit einer konventionellen Aufgrabung der Leitung aus. Zum einen hätte sie auf dieser extrem befahrenen Straße ein absolutes Verkehrschaos mit massiven Staus und Behinderungen zur Folge gehabt, zum anderen lag der Rohrdurchlass unter einer Dammschüttung in vier Metern Tiefe, was die Aushubkosten deutlich in die Höhe getrieben hätte.

Alles entschieden

Nach Sichtung und Beurteilung aller wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Fakten, Vorgaben und Gegebenheiten stand fest, dass hier nur die grabenlose Rohrerneuerung im Berstlining unter der Mattseer Landesstraße infrage kam, um die alten Beton-Schwerlastrohre DN 400 unterirdisch trassengleich durch neue Rohre zu ersetzen. In diesem Fall kam das dynamische Berstlining zur Anwendung, bei dem der Vortrieb der Berstmaschine durch die Zugkraft einer Seilwinde unterstützt wird. Weil dadurch die sichere Führung in der vorgegebenen Trasse garantiert ist, eignet sich dieses Berstlining-Verfahren besonders für die unterirdische Erneuerung von Altleitungen mit deutlichem Versatz. Als Neurohre wurden vier PE 100 RC-Rohre (je zwölf Meter Baulänge), die besonders für den grabenlosen Einbau empfohlen werden, eingesetzt.

Alles da, alles klar

Die ebenfalls in der Nähe ansässige Erdbau Franz Eder GmbH & Co.KG aus Lamprechtshausen erhielt den Auftrag zur Ausführung der Berstlining-Arbeiten. Das Unternehmen verfügt über langjährige Erfahrungen in den unterirdischen Verlegetechniken. Zum Maschinenpark gehören unter anderem auch Rohrrammen der Tracto-Technik GmbH, die unkompliziert und schnell auch zum Cracker für das dynamische Berstlining modifiziert werden können. Und genau alles das wurde für diese Baumaßnahme gebraucht.
In einem ersten Arbeitsschritt wurden die einzuziehenden Neurohre vorbereitet. Da zum großzügigen Auslegen der Rohre das Bachbett ausreichend Platz bot, entschied sich das Team für den Einzug eines Langrohrs. Dazu wurden die vier zwölf Meter langen PE 100 RC-Rohre zu einem Rohrstrang spiegelgeschweißt. Bei dieser Variante des Heizelementstumpfschweißens ist der Schweißspiegel in den meisten Fällen eine Polytetrafluorethylen-beschichtete Metallfläche und wird zwischen die zu verschweißenden Flächen gelegt; damit wird das Anhaften des Rohres am Heizelement verhindert.
Die Wahl der einzusetzenden Maschinentechnik war schnell geklärt: Da es sich bei den Altrohren um besonders widerstandsfähige Beton-Schwerlastrohre handelte, wählten die Verantwortlichen den Grundocrack, die zum Cracker ausgerüstete „Grundoram-Rohrramme Typ Gigant“ mit einem Berstkopf DN 480 auf dem vorderen Konus. Beim dynamischen Berstlining erfolgen Vortriebsleistung und Aufbrechen der Altrohre ausschließlich durch die dynamische Energie des Crackers – in diesem Fall durch die Rohrramme. Dabei beschleunigt die Druckluft im Maschinenkörper einen Kolben, der den Rammkopf beaufschlagt; die freigesetzte Energie ermöglicht durch optimale Krafteinleitung über die Kegel den maximal möglichen Vortrieb. Als Seilwinde wählte man zunächst nur eine Kabelziehwinde aus, die sich aber sehr schnell als nicht passend erwies und durch eine Bagela Spillwinde RW 10 ausgetauscht wurde.

Alles im Griff

Durch die Spillwinde mit einer maximalen Zugkraft von bis zu 100 Kilonewton wurde die Ramme vorgespannt, um zum einen die zielgenaue, sichere Führung in der alten Trasse zu gewährleisten und zum anderen die optimale Einleitung der dynamischen Energie zum Bersten und Aufweiten der besonders widerstandsfähigen alten Beton-Schwerlastrohre zu unterstützen. In einer Tiefe von vier Metern arbeitete sich der Grundocrack mit einer Schlagenergie von bis zu 2.860 Nanometern mühelos und ohne Probleme durch den zum Damm aufgeschütteten Lockerboden: die Altleitung wurde mit lautem Knacken und Krachen aufgebrochen, die Scherben ins Erdreich verdrängt und der 43 Meter lange PE 100-RC-Rohrstrang eingezogen. Die reine Berstzeit betrug gerade mal 2,5 Stunden.

Alles richtig gemacht

Die Erneuerung des Rohrdurchlasses mit dem Grundocrack-System im dynamischen Berstliningverfahren auszuführen, war eine gute und vorausschauende Entscheidung mit überzeugenden Vorteilen in ökonomischer, ökologischer und sozialer Hinsicht. Es gab beispielsweise kein Aufreißen von Gräben auf der hoch frequentierten Straße und auch keine Behinderung des Verkehrs durch Sperrungen. Fast unbemerkt von den Anwohnern und den Autofahrern, die sich vor allem im Berufsverkehr dicht an dicht auf der Mattseer Landesstraße aneinanderreihen, ist der 43 Meter lange Rohrdurchlass für die Regenwasserableitung unter der Dammschüttung an der Abbiegung zur Perlingstraße in Elixhausen rundum erneuert. Dafür hat die Eder GmbH und Co.KG insgesamt nur zwei Tage gebraucht. Eine tolle und schnelle Teamleistung von Planung, Bauausführung und natürlich dem Grundocrack.

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